Group 3

20 Jahre Hospizarbeitskreis Oberes Murtal

Unseren Festabend am 10. März 2017 haben wir mit Hospiz-WeggefährtInnen, FreundInnen, VertreterInnen des öffentlichen Lebens der Region und Gästen des Hospizvereins Steiermark gefeiert. Den Festvortrag hielt Andreas Heller, Vorstand des Instituts für Palliative Care und Organisationsethik Wien – Klagenfurt zum Thema „Hospizbewegung – wohin? Wege zu einer neuen Kultur freundschaftlicher Sorge“.

Rückschau und Ausblick orientierten sich an dem Leitsatz: Immer dann, wenn es um den Menschen geht, gilt: Nicht das, was gezählt werden kann, zählt, sondern es zählt, was erzählt werden kann.

Deshalb wollten wir nicht Statistiken referieren, sondern schlicht einfach ein wenig erzählen. Mein eigenes Hospizengagement begann in der Ausbildung ehrenamtlicher HospizbegleiterInnen im Gründungsjahr des Hospizvereins Steiermark 1993. Damals unterrichtete ich noch an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Judenburg und war Fachbereichsleiterin der Familienberatung des Vereins für psychische und soziale Lebensberatung. Der Obmann des Vereins Jörg Knauer drängte: Wann gehst du endlich in Pension? Wir haben immer wieder Anfragen zur Begleitung Sterbenskranker und Trauernder. Wir brauchen Hospiz! (Durch eine Kooperationsvereinbarung ist unser Hospizarbeitskreis immer noch dem Verein – jetzt Psychosoziales Netzwerk GmbH ­ angegliedert). Am 1. 9. 1996 war es so weit. Und am 3.10.1996 fand der erste Einführungs- und Informationsabend in Knittelfeld statt. Vorträge von Prof. Paul Becker und Karin Leiter hatten den Boden bereitet. Im Jänner 1997 startete das 1. Hospiz-Grundseminar, aus dem dann das Ehrenamtlichenteam Oberes Murtal entstanden ist. Seither hat in Knittelfeld jährlich ein Grundseminar stattgefunden. 2003 kam Murau dazu, 2005 Pöls.

In Murau hat sich bald ein eigenständiges Team entwickelt, seit 2006 unter der Leitung eines Dreierteams, dessen Zusammensetzung sich mehrmals verändert hat (gegenwärtig: Roswitha Metnitzer, Anni Kautschitz, Heidi Gridl; Kursbegleitung: Renate Schwarz).

Von 2004 bis 2013 hat Elisabeth Reiter mit ihrem intensiven Engagement die Teams Knittelfeld und Judenburg/Pöls nachhaltig geprägt. Wir sind dankbar, dass sie in ihrem Spezialbereich der Beratung zur PatientInnenverfügung immer noch einsatzbereit ist.

Vor 10 Jahren startete das Mobile Palliativteam, vor 5 Jahren eröffnete die Palliativstation am LKH Knittelfeld, für uns neue intensive Einsatzbereiche. Die Koordination übernahm zunächst Elisabeth Reiter, 2013 folgte ihr Eva Gschaider, mit Beginn 2017 Erika Weigl.

Die zunehmende Demenzproblematik hat uns veranlasst, einen Validations- Anwenderlehrgang zu organisieren und ab 2011 einmal im Monat eine offene Gruppe für Angehörige von Demenzkranken anzubieten.

Darüber hinaus gäbe es noch viel zu erzählen von der Wirksamkeit all jener AbsolventInnen unserer Grundseminare, die zwar aufgrund ihrer Lebensbedingungen nicht die Möglichkeit haben, in den Ehrenamtlichenteams für Einsätze zur Verfügung zu stehen, die aber in ihrem Beruf, in ihren Familien, in der Nachbarschaft mit offenen Augen und wachem Herzen tun, was im Sinn von Hospiz zu tun ist, die bereits „freundschaftliche Sorge“ leben.

Gegenwärtig stehen wir mittendrin in Veränderungen. 20 Jahre bringen unweigerlich einen Generationswechsel mit sich. Wir werden älter, kommen in die Jahre. Engagierte PensionistInnen der Anfangsjahre ziehen sich allmählich zurück, weil ihre Kräfte nachlassen. So manche kostbare Mitarbeiterin ist uns vorausgegangen.

Dennoch: Der Weg, den wir bisher miteinander gegangen sind, war ein guter Weg. Wir wollen ihn weitergehen, wollen uns den Herausforderungen stellen, die auf uns zukommen. Wir hoffen auf eine nachrückende Generation, wollen darauf vertrauen, dass wir immer wieder Hilfe finden zur rechten Zeit.

 

Elisabeth Pia Sobota, Arbeitskreisleiterin, Psychotherapeutin