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Mitmenschlichkeit im Mittelpunkt

Schützende Fürsorge, Respekt und achtsamer Umgang bis zuletzt – das ist das Herzstück des ambitionierten Projektes Hospiz und Palliative Care in steirischen Pflegeheimen (HPCPH). Initiiert vom Dachverband Hospiz Österreich werden seit 2004 bundesweit in Modellprojekten Erfahrungen gesammelt. Die Steiermark ist das einzige Bundesland, in dem es dafür ein eigenes Gütesiegel gibt. Dieses wurde nun im Oktober zum bereits fünften Mal feierlich verliehen, diesmal an acht steirische Pflegeeinrichtungen.

Umfassender Entwicklungsprozess
Pflegeeinrichtungen, die das Hospizgütesiegel anstreben, müssen sich einem umfassenden Organisationsentwicklungsprozess stellen, der sowohl die Leitung als auch die Betreuungsebene einbindet. Ebenso werden externe PartnerInnen wie HausärztInnen und SeelsorgerInnen mit einbezogen. 80 % des Personals werden zur Thematik „Hospiz und Palliative Care“ geschult. In der Steiermark wurden bereits 26 Pflegeeinrichtungen mit dem Hospiz-Gütesiegel ausgezeichnet, weitere 19 befinden sich aktuell im Prozess.

Selbstbestimmung bis zuletzt
Für viele ältere Menschen ist eine Alten- oder Pflegeeinrichtung das letzte Zuhause. Oft leiden sie an unheilbaren, chronisch fortschreitenden Krankheiten. Der Anteil an Demenzkranken ist hoch. Diese Situation stellt alle Beteiligten – Angehörige, MedizinerInnen, MitarbeiterInnen in der Pflege und auch MitbewohnerInnen – immer wieder vor große Herausforderungen. „Umso wichtiger ist daher diese kleine Ethik im Alltag, die die Mitmenschlichkeit in den Mittelpunkt stellt“, betonte Monika Benigni, Leiterin des Projektes, in ihrem Rückblick. „Die Integration von Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen hat positive Auswirkungen auf alle Beteiligten“, so Benigni weiter. „Hospizkultur und Palliative Care verbessern die Kommunikation im Heimalltag, schaffen Bewusstsein, geben Sicherheit und Mut, stärken das Für- und Miteinander, die Lebensqualität bis zuletzt sowie Würde und Selbstbestimmung beim Sterben.“

Große Freude bei den Ausgezeichneten
Nach einer Festrede von Landtagsabgeordneter Barbara Riener überreichten Trautgundis Kaiba, stellvertretende Obfrau des Hospizvereins, und Ruth Feldgrill-Zankel, Mitglied des Vorstandes, das Hospiz-Gütesiegel an die Leitung der zertifizierten Einrichtungen (siehe Kasten). Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Lesung von Sigrid Beyer, Bereichsleiterin für Hospiz und Palliative Care in der Grundversorgung und stellvertretende Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich. Musikalisch umrahmt wurde die Feier in bewährter Weise von den Musikprofessoren Elisabeth und Heinz Irmler.

Gaby Valentinitsch

Folgende Pflegeeinrichtungen erhielten diesmal das Hospiz-Gütesiegel:
Caritas der Diözese Graz-Seckau
Pflegewohnhäuser Eggersdorf, Friedberg und Wies
Diakoniewerk Steiermark
Haus am Ruckerlberg
Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz:
Pflegewohnheime Aigner-Rollett am Rosenhain und
Peter Rosegger

Volkshilfe Steiermark
Seniorenzentren Deutschlandsberg und Leoben