Group 3

Wir müssen uns vernetzen

Im Grunde wollen beide das Gleiche. Das Leben der meist schwer kranken Patientinnen und Patienten ein bisschen erträglicher machen. Ihnen ein Stück Lebensfreude schenken. Aber auch für die Angehörigen da sein, die oft durch die Herausforderungen der täglichen Pflege an ihre psychischen und physischen Grenzen stoßen. Sie ein wenig entlasten. Palliativbetreuung und Hospizarbeit können sich wunderbar ergänzen – zum Wohle der betreuten Menschen. Hospizkoordinatorin Christine Grandits und Andrea Zangenfeind, Koordinatorin des mobilen Palliativteams, arbeiten in Hartberg schon etliche Jahre perfekt zusammen. Ein Interview über Ehrlichkeit, gegenseitigen Respekt und gemeinsame Zielsetzungen.

Andrea Zangenfeind und Christine Grandits               © Margit Kundigraber

Wie haben Sie sich kennengelernt?
Ch. G.: Ich habe 2005 den Job der Hospizkoordinatorin übernommen. Als die Andrea (Zangenfeind) begonnen hat, im Palliativteam zu arbeiten, haben wir uns zum ersten Mal getroffen.
Z.: Da waren wir noch in einem anderen Gebäude, wir hatten gemeinsam nur zwei winzige Räume. Da sind wir uns einfach über den Weg gelaufen. 

Und die Zusammenarbeit hat gleich geklappt?
Z.:
Ja, von Anfang an. Ich sehe uns als Team, da gehören die Hospizmitarbeiterinnen genauso dazu wie die Ärzte, die Sozialarbeit, die Teamassistentin und die Pflegekräfte.
Ch. G.: Es war damals schon so, dass ich von Anfang an eingebunden und immer einmal wöchentlich bei den Besprechungen dabei war.

Was schätzen Sie besonders an Ihrem Gegenüber?
Z.:
Ihre tolle Beobachtungsgabe. Christine sieht so viel und ist so sensibel. Sie nimmt sich Zeit für uns und unterstützt uns in ihrer Ehrenamtlichkeit. Dabei geht es ihr immer um das Wohl der Patienten und Patientinnen und ganz besonders auch um das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die PalliativpatientInnen betreuen.
Ch. G.: Dass Andrea ehrlich ist und dass man immer zu ihr kommen kann. Dass wir alles besprechen können. Auch wenn ich anderer Meinung bin, kann sie das zulassen. Wir können offen miteinander reden. 

Wer hat welchen Part bei Ihrer gemeinsamen Arbeit?
Z.:
Als Palliativteam haben wir die medizinisch-pflegerische psychosoziale Zuständigkeit. Und ich als Führungskraft muss es schaffen, alle „unter einen Hut zu bringen“.
Ch. G.: Meine Aufgabe ist die Vernetzung und die Weitergabe der Informationen über die Patientinnen und Patienten im zuständigen Hospizteam. Ich arbeite mit den Teamleiterinnen der jeweiligen Hospizgruppe zusammen. Wir besprechen gemeinsam, welche Begleiterin für die Patientin/den Patienten und deren/dessen Angehörige am geeignetsten wäre. Bei dieser Kollegin wird dann angefragt und auch nachgefragt, wie es in der Begleitung geht. 

Frau Zangenfeind, alle Mitglieder Ihres Teams müssen das Hospizgrundseminar besuchen, warum ist Ihnen das wichtig?
Z.:
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die im mobilen Palliativteam Hartberg/Weiz/Vorau arbeiten, müssen so schnell als möglich einen interdisziplinären Palliativlehrgang besuchen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Besuch eines Hospizgrundseminars sehr wertvoll ist. Deswegen lege ich das allen neuen MitarbeiterInnen nahe. Für mich gehört das dazu wie ein Erste-Hilfe-Kurs. Die Selbsterfahrung und die Auseinandersetzung mit dem Sterben gibt es nur dort. 

In anderen Fällen wird das manchmal nicht so positiv gesehen. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Z.:
Dieser Respekt voreinander, vor dem Tun der anderen, der fehlt manchmal. Dabei geht es doch immer um die Patientinnen und Patienten und deren Wohl. Wir müssen uns einfach nur vernetzen.
Ch. G.: Es geht auch um die Wertschätzung des anderen.
Z.: Wir leben das einfach auch dadurch, dass ich als Pflegedienstleitung gesehen habe, was das für ein Segen ist, wenn man ehrenamtliche MitarbeiterInnen hat (Andrea Zangenfeind war vor Ihrer Tätigkeit in Hartberg Pflegedienstleiterin im Städtischen Wohn- und Pflegeheim in Kufstein; Anm. d. Red.).

Was kann helfen?
Z.:
Positive Haltung und die Ressourcen nützen, die uns mit den Ehrenamtlichen zur Verfügung stehen. Das tut auch uns gut.

Kontakt:

Mobiles Palliativteam Hartberg/Weiz/Vorau
Andrea Zangenfeind, Tel.050 144 5-18081
palliativ.hartberg@kages.at 

Hospizkoordination Hartberg/Weiz
Christine Grandits, Tel. 0664 91 44 819
c.grandits@hospiz-stmk.at