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Alles darf sein …

Trauern ist ein langer und schmerzhafter Prozess. Aber jeder Mensch empfindet anders. Manche ziehen sich zurück, es fällt ihnen schwer, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, sich zu öffnen. Anderen hingegen tut es gut, mit Menschen ihres Vertrauens zu sprechen. Etwas von der Last, die sie mit sich tragen, auf andere Schultern zu legen. Was helfen kann, diese Lebensphase gut zu bewältigen, haben neun ehrenamtliche Mitarbeiterinnen bei einem Trauerlehrgang im Bildungshaus Mariatrost erfahren.

Sicherheit und Verständnis
Zunächst brachten die Referentinnen mit vielfältigen Methoden den TeilnehmerInnen die Grundlagen der Begleitung von Trauerprozessen näher. Durch das Hinführen zu eigenen Verlusten konnten die ZuhörerInnen auch Hilfe zur Bewältigung ihrer eigenen Trauer erfahren. Theoretisches Wissen und praktische Übungen vermittelten Sicherheit, Reflexionen und Rollenspiele halfen in der persönlichen Wahrnehmung weiter.
„Das Erkennen der eigenen Grenzen ist sehr wichtig“, erinnert sich Herta Weber (Team Liezen). „Auf welche Ressourcen kann man zurückgreifen, wo können Rituale Hilfe und Stütze sein? Achtsamkeit und wertschätzender Umgang mit Trauernden ist eine wichtige Grundlage für Begleitungen. Ein Tag mit Rainbows-Referentin Ursula Molitschnig gab uns Einblick in die vielen Facetten der Kindertrauer.
Wir haben erfahren, wie wichtig der ehrliche Umgang mit den Geschehnissen rund um Tod und Verlust mit Kindern besprochen werden muss, um Missverständnisse zu vermeiden und Vertrauen nicht zu enttäuschen.“

Stimmiges Abschiednehmen
Auch für Ingrid Nebel-Duhs, ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin im Team Admont-Gesäuse, war der Kurs ein persönlicher Gewinn. „Gerade in dieser Zeit ist meine Schwiegermutter gestorben“ erzählt sie, „und ich konnte mein Wissen in der Familie weitergeben. Die Begleitung meiner Schwiegermutter auf der Palliativstation war sehr intensiv, aber nicht mehr mit Angst verbunden. Es war ein stimmiges Abschiednehmen. Der Satz, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist: Wie und von wem auch immer getrauert wird, wie oft vom Schmerz erzählt wird, wie viele Tränen fließen – alles darf sein.