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VSD Vorsorgedialog®

2014 wurde vom Beirat HPC (Hospizkultur und Palliative Care) in der Grundversorgung die Entscheidung getroffen, ein bedürfnis- und bedarfsorientiertes Kommunikationsinstrument für eine fundierte, qualitätsvolle vorausschauende Planung in den Pflegeeinrichtungen zu entwickeln. Das Ziel war ein Kommunikationsinstrument zu schaffen, das die zentralen Kriterien der Sicherheit und Selbstbestimmung am Ende des Lebens im Fokus hat.

Eine multidisziplinär zusammengesetzte ExtertInnengruppe entwickelte unter Einbeziehung bereits erfolgreich praktizierter Instrumente in den Bundesländern den VSD Vorsorgedialog®. Die Arbeiten dazu wurden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz unterstützt und finanziell gefördert.

Der VSD Vorsorgedialog® stellt ein Angebot der Pflegeeinrichtung an die BewohnerInnen dar. Er ergründet Themen, die im Krisenfall zu entscheiden sind. Dies können Themen sein wie Sondenernährung, Reanimation, Therapiezieländerungen oder die Umstände, unter welchen eine Krankenhauseinweisung abgelehnt wird. Die BewohnerInnen werden damit in die Lage versetzt, ihr Selbstbestimmungsrecht frühzeitig wahrzunehmen und entsprechende Handlungsanweisungen für einen späteren Zeitpunkt – bei Verlust der Einsichts- und Urteilsfähigkeit – festzulegen.

Der VSD Vorsorgedialog® unterstützt eine prozessorientierte Betreuung. Es finden in bestimmten Abständen oder bei Veränderungen des Allgemeinzustandes strukturierte Gespräche statt. Der Wille der BewohnerInnen für krisenhafte Situationen kann so frühzeitig und kontinuierlich erkundet und dokumentiert werden.

Projektziele und Gewinn für die Pflegeeinrichtungen

Die Einführung des VSD Vorsorgedialog® umfasst den Prozess mit definierten Organisationsentwicklungselementen und die Workshops, in denen der VSD Vorsorgedialog® inhaltlich und methodisch vermittelt wird. Das Curriculum der Workshops basiert auf einer verbindlichen inhaltlichen Grundlage seitens des Dachverbandes Hospiz Österreich.

Das Konzept soll sicherstellen, dass der VSD Vorsorgedialog® als standardisiertes Qualitätsinstrument für advance care planning in den Pflegeeinrichtungen eingeführt wird und so in krisenhaften Situationen grundlegende Informationen für die Entscheidungsfindung zur Verfügung stehen.

Der VSD Vorsorgedialog® kann die Schaffung von Sicherheit und Klarheit in der Entscheidungsfindung im Sinne der BewohnerInnen unterstützen. Dem Betreuungsteam und eventuell beigezogenen (Notfall- bzw. Bereitschafts-) MedizinerInnen wird in ethisch schwierigen Situationen eine Grundlage geboten, im Sinne des BewohnerInnenwillens handeln zu können. Gute und verantwortungsvolle Entscheidungen in der Krisensituation können dadurch getroffen werden. Der VSD Vorsorgedialog® stärkt zugleich die Kompetenz der MitarbeiterInnen in den Pflegeeinrichtungen und ermöglicht den BewohnerInnen ein gutes Leben und würdiges Sterben.

 

Beirat HPC in der Grundversorgung

Im Jahr 2009 wurde der Beirat HPCPH (Hospizkultur und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen) gegründet. Ihm gehören folgende Mitglieder an: Österreichische Ärztekammer, BMG, BMASK, Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs, ARGE PflegedienstleiterInnen der stationären Langzeitpflege des ÖGKV, Hauptverband der Sozialversicherungen, Verbindungsstelle der Bundesländer, GÖG/ÖBIG, ÖGAM, ab 2015 auch die OPG Österreichische Palliativgesellschaft und das Institut für Ethik und Recht in der Medizin (IERM).
2016, nach dem Start des Projektes „Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause“ wurde dieses Gremium in „Beirat HPC in der Grundversorgung“ umbenannt und um jene Einrichtungen erweitert, die in diesem Bereich relevant sind, wie die BAG Freie Wohlfahrt.

 

Projektleitung:
Monika Benigni
m.benigni@hospiz-stmk.at

0664 64 13 438

Projektassistentin
:
Mag. Karin Obermann
hpcph@hospiz-stmk.at

0664 46 68 104

Links

Dachverband HOSPIZ Österreich (DVHÖ)
Gesundheitsserver des Landes Steiermark
BM für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
BM für Gesundheit und Frauen

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VSD Vorsorgedialog® Ansichtsexemplar

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Infoblatt Entscheidungen am Lebensende

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