Begleitung schwer erkrankter Kinder und ihrer Familien

Mit dem Aufbau des Mobilen Kinderteams an den Standorten Graz und Leoben wurde auch im Hospizverein Steiermark ein weiterer Schwerpunkt gesetzt. Mehr als 30 erfahrene ehrenamtliche MitarbeiterInnen wurden bereits speziell für die Begleitung von Kindern ausgebildet. In den kommenden beiden Ausgaben von „Dasein“ möchten wir Ihnen die derzeit in der Steiermark bestehenden Angebote vorstellen.
Mobile Ambulanz für mehr Lebensqualität: Super,
Schwester Doris kommt zu mir!
Seit August 2010 ermöglicht das LKH-Univ.-Klinikum Graz gemeinsam mit der Steirischen Kinderkrebshilfe, die dieses Projekt finanziert, einen Externen Onkologischen Pflegedienst (EOP) für Kinder, die an Krebs erkrankt sind. In bestimmten Fällen wird eine erfahrene Krankenschwester dazu eingesetzt, die Patientinnen und Patienten zu Hause aufzusuchen und ambulant zu behandeln. Die für Kinder und Eltern oft sehr belastenden Kontrollbesuche in der Ambulanz oder der Station des LKH können in diesen Fällen unterbleiben oder zumindest verringert werden.
Die oft sehr lang andauernde Therapie einer Krebserkrankung und die dadurch monatelangen stationären Aufenthalte stellen eine große Belastung der gesamten Familie und insbesondere der jungen Patientinnen und Patienten dar. Durch den EOP fällt den Familien die Organisation des Alltags leichter. Die Lebensqualität der behandelten Kinder und ihrer Angehörigen steigt durch den Wegfall der zum Teil langen Wegstrecken, der Wartezeiten in der Ambulanz und einen eventuell verkürzten stationären Aufenthalt. Die Tätigkeit des EOP soll zu einem höheren Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten, einem geringeren Zeitaufwand der Eltern und einer geringeren psychischen Belastung der Geschwister führen. Zusätzlich kommt es auch zu einer Entlastung der Station und der Ambulanz. Ein weiterer positiver Effekt ist die geringere Ansteckungsgefahr und die Vermeidung von Übelkeit im Zuge der Anreise ins Krankenhaus.
Wenn DKKS Doris Prasch mit ihrem Pumuckl-Auto anreist und die kleinen Patientinnen und Patienten in vertrauter Umgebung – zu Hause, in der Schule oder auch im Kindergarten – „ambulant“ untersucht bzw. versorgt, verliert der „Horror Untersuchung“ einen Großteil seines Schreckens. In Absprache mit den Ambulanzärzten werden sowohl die nötigen Untersuchungen wie auch die weitere Vorgehensweise festgelegt. Als Bindeglied zwischen Familie und Klinik sieht Schwester Doris den Vorteil der Mobilen Ambulanz vor allem in der Reduktion der Spitalsaufenthaltszeiten und dem engen persönlichen Kontakt zu Kindern und Eltern: Als „rechte Hand“ des behandelnden Ambulanzarztes führt Schwester Doris in Abstimmung mit diesem nicht nur die ambulanten Pflegemaßnahmen durch, sondern nimmt sich auch sehr viel Zeit für ihre Patienten und Patientinnen und die Fragen der Eltern. Und weil Schwester Doris „ihre“ Kinder am Herzen liegen, ist es für sie selbstverständlich, im Rahmen des Projekts „Schulkoffer“ auch den Wiedereinstieg für die erkrankten Kinder an der Stammschule vorzubereiten bzw. zu begleiten.
Dieses Projekt ist kostenlos, da es von der Steirischen Kinderkrebshilfe finanziert wird. Besuchs- und Laborkosten übernimmt die Kages.
RAINBOWS
Scheidung oder Trennung der Eltern, der Tod eines nahestehenden Menschen – all dies sind einschneidende Ereignisse im Leben von Kindern und Jugendlichen. Wut, Angst, Trauer und Schuldgefühle sind ständige Begleiter von Kindern, die einen Verlust erleben. RAINBOWS unterstützt die Betroffenen bei der Annahme ihrer neuen Lebenssituation, stärkt gezielt und altersgerecht die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen. Dies hilft ihnen, dem Stress, den ein „life event“ (kritisches Lebensereignis) wie eine Trennung/Scheidung der Eltern oder der Tod eines nahestehenden Menschen unweigerlich auslöst, zu begegnen. Die seelische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Kinder und Jugendlichen wird gefördert und sie lernen, ihrem Alter entsprechend mit der neuen Situation konstruktiv umzugehen. RAINBOWS ist kein therapeutisches, sondern ein präventives Angebot, das zum Ziel hat, Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Trauer zu begleiten und ihnen zu helfen, mit ihrer Situation besser zurechtzukommen, um zu verhindern, dass sie aufgrund ihrer psychischen Belastung schwerwiegende Symptome entwickeln.
RAINBOWS-Angebote: die RAINBOWS-Gruppe für Kinder, gruppenpädagogisches Angebot; RAINBOWS YOUTH-Gruppe, „Abschied nehmen“ – RAINBOWS-Begleitung bei Tod; Beratung für Eltern vor einer einvernehmlichen Scheidung; RAINBOWS-Feriencamps (Camps für Kinder nach Trennung/Scheidung, Camp nach Tod); RAINBOWS-Lehrgänge; Aus- und Weiterbildungsprogramm.
Informationen zu den Kosten der Angebote erhalten Sie unter:
RAINBOWS-Steiermark
Theodor-Körner-Straße 182/1
8010 Graz
Telefon: 0316/678783
office@stmk.rainbows.at
www.rainbows.at
MoKiDi – Mobiler Kinderkrankenpflegedienst
Ist der mobile Kinderkrankenpflegedienst der Hilfswerk Steiermark GmbH.
Wir betreuen Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Wir ermöglichen akut und chronisch kranken Kindern, Jugendlichen und ihren Familien die Bewältigung gesundheitlicher Probleme zu Hause durch Unterstützung und Entlastung der Familie in der individuellen Pflegesituation. Wir begleiten Eltern, informieren, beraten und leiten Eltern an, damit diese die Pflege des erkrankten Kindes selbstständig durchführen können.
In der besonderen Situation einer lebensbedrohenden Erkrankung bekommen Kinder und ihre Eltern das Angebot der palliativen Begleitung. Dieses Angebot beinhaltet nicht nur pflegerische Unterstützung in einer emotionalen Ausnahmesituation und dass sie individuell auf die Bedürfnisse von Kind und Eltern angepasst wird, es bedeutet auch Koordination, Organisation und vor allem Entlastung durch Gespräche, Besorgung notwendiger Hilfsmittel, aber auch medizinisch-pflegerische Handlungen wie die Infusions-und Schmerztherapie nach ärztlicher Anordnung. Wir orientieren uns hier stark an den Bedürfnissen des Kindes und der Familie sowie der Vernetzung aller an der Betreuung beteiligten Teams.
Für weitere Informationen und Abklärung der Finanzierung nehmen Sie bitte Kontakt mit der Einsatzleitung von MoKidI DKKS Ute Pall auf.
Hilfswerk Steiermark
0316-813181 – 4610
Fax 4619
Mobil: 0664 80785 1201
E-Mail: el-mokidi@hilfswerk-steiermark.at
www.hilfswerk.at