„Wir brauchen dringend mitfühlende Menschen“
Bereits zum 6. Mal erhielten ausgewählte steirische Pflegeeinrichtungen das Hospiz-Gütesiegel im Rahmen des Projektes „Hospiz und Palliativ Care in Pflegeheimen“. Dieses Projekt wurde 2004 vom Dachverband Hospiz Österreich initiiert, die Steiermark ist seit 2010 aktive Teilnehmerin. Und sie ist das einzige Bundesland, in dem es dafür ein eigenes Gütesiegel gibt.

Folgende Pflegeeinrichtungen erhielten diesmal das Hospiz-Gütesiegel:
Caritas der Diözese Graz-Seckau
Pflegewohnhaus Rottenmann
Privat:
Pflegeheim Jauschowetz Oberpurkla
Pflege mit Herz:
Föhrenhof St. Johann in der Haide
Sozialhilfeverband Bruck-Mürzzuschlag:
Pflegeheim Johann-Böhm-Straße Kapfenberg
Volkshilfe Steiermark
Seniorenzentren Bairisch Kölldorf, Landl, Liezen
Vernetzung vertiefen
Ziel des Projektes ist es, in einem Zueinander von internen Abläufen und Fortbildung eine hospizliche Kultur in den Einrichtungen zu verankern bzw. zu vertiefen. Zentrale Themen der Bearbeitung sind Schmerz als ganzheitliches Geschehen, Demenz, Ethik, Rituale und spirituelle Begleitung. Gender und Interkulturalität sind wichtige Zusatzinhalte.
Organisation verstärken
Um sich für die Verleihung des Hospizgütesiegels bewerben zu können, müssen Pflegeeinrichtungen einen Organisationsentwicklungsprozess durchlaufen. Dieser bezieht alle Berufsgruppen des Hauses, die Leitungsebene und externe Partnerinnen und Partner mit ein. In Seminaren, die nach einem bundesweit einheitlich festgelegten Curriculum durchgeführt werden, erwerben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Know-how zum Thema „Palliative Geriatrie“. Ergänzend dazu gilt es, noch weitere Fortbildungen sowie diverse Austausch- und Vernetzungstreffen im Rahmen des Projektes zu besuchen. In der Steiermark wurden bereits 33 Pflegeeinrichtungen mit dem Hospiz-Gütesiegel ausgezeichnet, weitere 20 Häuser befinden sich aktuell im Prozess.
Qualität vergrößern
In ihrer Begrüßungsrede unterstrich die Geschäftsführerin des Hospizvereins Steiermark, Sabine Janouschek, das Engagement der Häuser. Sie dankte allen Beteiligten für deren Bereitschaft, wertvolle Ressourcen im Rahmen des Prozesses zur Verfügung zu stellen, denn „die Integration von Hospiz und Palliative Care im Pflegeheim zeugt von einer Qualität, die weit über das sichtbare Gütesiegel hinausgeht“. Monika Benigni, die Leiterin des Projektes, konnte sich bei ihren Besuchen in den Pflegeheimen selbst von den Qualitätssteigerungen überzeugen. In Gesprächen mit BewohnerInnen und deren Angehörigen hat sie erfahren, wie sich die Dinge durch das Projekt spürbar verändert haben. „Die Betreuung war vor dem Projekt schon sehr gut, jetzt ist es aber noch feiner und persönlicher geworden“, so eine Bewohnerin.
Die Landtagsabgeordnete Barbara Riener ermutigte in Ihrer Festrede die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Häuser, ihre Leistungen nach außen zu tragen und für eine breite Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Zum Abschluss nahm die Puppenspielerin und Gründerin des Kuddel-Muddel-Theaters, Elfriede Scharf, die Festgäste mit auf eine humorvolle Reise „Mit Opapa nach Tschedawa“. Mit stimmungsvollen Gitarrenklängen umrahmten die beiden Musikprofessoren Elisabeth und Heinz Irmler die Feier.