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Leuchtende Augen beim Zugpferdetreffen

Pflegebedürftige Menschen haben, besonders wenn sie in Heimen betreut werden, oft nur mehr wenig Kontakt zur Außenwelt. Gerader dieser wäre aber besonders wichtig. Er bringt Abwechslung in den meist eintönigen Alltag und gibt den Betroffenen das Gefühl, noch am Leben teilhaben zu können. So kann ein Ausflug nicht nur einen lang gehegten Wunsch erfüllen, sondern auch überaus positive Auswirkungen auf den Gemütszustand haben.

Ein lang gehegter Wunsch
Angela Mauerbauer, Teamleiterin des Hospizteams Mariazeller Land, arbeitet hauptberuflich im Pflegeheim Mariazellerland. Dort lernte sie Herrn Peter kennen. Nach einem Schlaganfall ist der Witwer seit zehn Jahren an den Rollstuhl gefesselt und kann ohne fremde Hilfe nirgendwohin. Oft erzählte ihr der Pferdewirt aus seinem früheren Leben. Von der Zeit im Wald mit seinen geliebten Noriker-Pferden. Von der harten Arbeit der Holzbringung. Und von seinem sehnlichsten Wunsch, noch einmal an einem Zugpferdetreffen teilzunehmen, so wie er es früher immer getan hat. „Seine Pferde waren für ihn immer das Wichtigste“, erzählt Angela Mauerbauer. „Er liebte seine Pferde und die Arbeit im Wald. Bevor er sich etwas gönnte, kamen immer zuerst seine Pferde. Im Winter war er oft in ganz Österreich beim Skijöring unterwegs und hat dabei viele Preise gewonnen.“

Der Malteser Orden hilft
In einem Gespräch mit dem Malteser Orden wurden die Möglichkeiten diskutiert, Peters Wunsch zu erfüllen. Ende Mai 2018 war es dann so weit. In einem vom Malteser Orden organisierten Auto samt freundlichem und hilfsbereitem Chauffeurehepaar und begleitet von Angela Mauerbauer konnte Peter seine Reise antreten. Tagelang hatte er sich schon darauf gefreut und alten Freunden mitgeteilt, dass er kommen würde. Ein bisschen aufgeregt war er trotzdem.

Erinnerungen an alte Zeiten
Nach gut eineinhalb Stunden Fahrt erreichte die kleine Reisegesellschaft die Ortschaft Breitenau am Hochlantsch, wo alljährlich ein großes Zugpferdetreffen stattfindet. Von der freundlichen Bedienung im Gasthaus Hofbauer bestens versorgt ging es nach dem Mittagessen zur Tribüne. Dort wartete bereits Obmann Ewald Pichler und begrüßte Peter als Ehrengast. Auch ein spezieller Platz für ihn neben der Tribüne war bereits organisiert. „Ich fühl mich ja wie der Bundespräsident“, strahlte Peter. Er traf viele gute Bekannte, lange und intensive Gespräche über alte Zeiten machten die Runde.

Glückliche Heimkehr
Nach einem erfüllten Tag kehrte Herr Peter zufrieden und glücklich ins Heim zurück. „Er erzählte tagelang von diesem Ausflug“, berichtet Angela Mauerbauer. „Und er zehrt noch immer von diesem Erlebnis. Die Organisation und die ganze Vorarbeit zahlen sich aus, wenn man in ein so glückliches Gesicht blicken kann.“

Gaby Valentinitsch