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Suizid – immer noch ein Tabu

Jedes Jahr sterben in Österreich etwa 1.300 Menschen durch Suizid. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Steiermark und Kärnten sind jene Bundesländer, die bei den Suizidraten eine führende Stellung einnehmen. Ein großer Anteil aller Suizide entsteht auf der Grundlage seelischer Erkrankungen, wobei der Depression eine überragende Bedeutung zukommt. Jeder dieser Menschen hinterlässt Angehörige und Freunde.  In ihrer Trauer fühlen sich diese oft allein gelassen und unverstanden. Umso wichtiger ist es, dass es erst gar nicht so weit kommt. Die Tagung im April dieses Jahres „ÜberLeben – Suizidprävention wirkt“, veranstaltet vom Institut für Suizidprävention, dem Bildungshaus Mariatrost und dem Hospizverein Steiermark lieferte dazu eindrucksvolle Beiträge.

v.l. Dr.in Ulrike Schrittwieser, Primarius Dr. Christian Jagsch, Mag.aDr.in Regina Seibl und
Primaria Dr.in Katharina Purtscher-Penz Foto ©Hospizverein

Warnzeichen erkennen
Die ReferentInnen Dr. Ulrike Schrittwieser, Primaria Dr. Katharina Purtscher-Penz, Mag. Dr. Regina Seibl und Primarius Dr. Christian Jagsch, plädierten in ihren spannenden Referaten für mehr Offenheit im Umgang mit diesem Thema.  Alle, die sich dieser Thematik stellen sind gefordert  die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, die Menschen anzusprechen und auch nachzufragen. Es ist auch wichtig, sich gut mit anderen Organisationen, bzw. Schulen zu vernetzten, offen über Suizid zu sprechen, um auch Warnzeichen zu erkennen. Wie hilfreich diese Verarbeitung und Unterstützung für Betroffene ist, konnten die Vortragenden in beeindruckender Weise den BesucherInnen vermitteln. Offene Kommunikation darüber kann ein Leben retten.

Trauernde unterstützen
Für Angehörige und nahe Bezugspersonen ist ein Verlust durch Suizid eine außerordentlich schmerzhafte Erfahrung, die ihr Leben in der Regel tiefgreifend verändert. Die Todesart Suizid wirft viele quälende Fragen auf, verursacht häufig Schuldgefühle, Hilflosigkeit, Wut, Verunsicherung, ein Gefühl von Isolation und viele andere schwer auszuhaltende Empfindungen. Darum fällt es oft schwer, offen darüber zu sprechen. Umso wichtiger ist es daher für Betroffene, sich in dieser schwierigen Zeit Unterstützung zu holen. Das können Freunde und Nachbarn sein, aber auch professionelle Organisationen bieten vielfache Hilfe an (Siehe Infobox).

Suizid und Suizidprävention in den verschiedenen Lebensaltern
Im Jugendalter sind Suizide die zweithäufigste Todesursache, obwohl vollzogene Suizide bei Minderjährigen im Vergleich zu Erwachsenen selten vorkommen. Viel häufiger haben Kinder und Jugendliche Suizidgedanken; diese enden nicht selten in Suizidversuchen.
Das Risiko für Suizid steigt aber im Alter. Eine adäquate psychosoziale, medizinische und psychotherapeutische Betreuung alter und hochbetagter Menschen im Vorfeld ist erforderlich, um im Sinne der Suizidprävention ein erfülltes und sinngebendes Leben auch im Alter führen zu können.
Überleben bedeutet über das Leben zu sprechen.

Hilfe in schwierigen Situationen in der Steiermark finden Sie unter:

http://ifsg.at/

http://www.plattformpsyche.at/Seiten/Erste-Hilfe.aspx