Neue Kommunikationswege in der Hospizarbeit –
Ein Blick in die Zukunft
Der Hospizverein Steiermark arbeitet an einem neuen Kommunikationskonzept. Ziele sind die weitere Verbreitung der Hospizidee, die Steigerung der Bekanntheit des Hospizvereins, eine bessere Betreuung von bestehenden und die Gewinnung von neuen Ehrenamtlichen.
Grundlage für das Kommunikationskonzept ist eine erstmalige, steiermarkweite Befragung der 847 Ehrenamtlichen, durchgeführt von Anita Pfeffinger. Sowohl Befragung als auch Auswertung erfolgten anonym, Rücklaufquote: 50 Prozent. Hier die wichtigsten Ergebnisse:
1.) „Es kommt vieles zurück“ für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, wie ausgewählte Zitate belegen:
„Früher dachte ich, ich habe was zu geben. Heute weiß ich, wie viel ich geschenkt bekomme. Die Arbeit erfüllt mich mit Freude.“
„Das Strahlen im Gesicht, das Lächeln und die Freude, die ich bei meiner Arbeit zurückbekomme, sind einzigartig.“
Hand aufs Herz: Wann hatten Sie solche Emotionen das letzte Mal in Ihrer Arbeit oder Freizeit? Ist es nicht ein großes Glück, den Hospizgedanken im Herzen zu tragen? Damit künftig noch mehr Menschen in den Genuss solcher Gefühle kommen, wollen wir den Menschen mehr von unserer wertvollen Arbeit zeigen.
2.) Nachwuchs für die Hospizfamilie
Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sind im Schnitt 61 Jahre alt. Rund sieben Prozent sind schon seit über 20 Jahren aktiv, gut ein Viertel (26 Prozent) sind in den letzten fünf Jahren zur Hospizbegleitung dazu gekommen. Derzeit haben wir (noch) keine Nachwuchssorgen, da sich laufend weitere Menschen für die Hospizarbeit begeistern.
3.) Der persönliche Zugang
Der Erstkontakt zum Hospizverein erfolgt zu 30 Prozent direkt über die HospizbegleiterInnen. Das ist für uns der ideale Anknüpfungspunkt: Wir wollen die Zufriedenheit der aktiven Mitglieder der Hospizfamilie erhöhen, damit diese den Hospizgedanken noch besser und authentischer in die Welt tragen. Weiters werden wir die Zusammenarbeit mit regionalen Medien intensivieren und für jede spezifische Zielgruppe (Förderer, Paten, etc.) individuell abgestimmte Strategien entwickeln.
Wie erfolgte der Erstkontakt zum Thema Hospiz?

4.) Information und Kommunikation
Als bevorzugtes Medium für die Informationsvermittlung rangiert die Hospizzeitung „DaSein“ an erster Stelle, gefolgt vom Newsletter, der viermal jährlich erscheint. Künftig soll die aktuelle Berichterstattung für regionale Print- sowie auch soziale Medien ausgebaut werden.
Kanäle der bevorzugten Informationsvermittlung

5.) Aus- und Weiterbildung
Was uns besonders freut, ist die Qualitätsbeurteilung der Aus- und Fortbildung. 98 Prozent der Befragten sind mit der Ausbildung und 97 Prozent mit dem Fortbildungsangebot zufrieden. Mehr als 70 Prozent der Befragten geben an, dass sie durch das bestehende Setting – Supervision, Teamsitzungen, Kontakt zur Teamleitung und Aussprachemöglichkeiten innerhalb des Teams – gut betreut und versorgt sind. Der Input und die Anregungen der Befragten wurden gesammelt und an die Zuständigen weitergeleitet.
Wie geht es nun weiter?
Das Kommunikationskonzept wird auch trotz Corona umgesetzt. Von der Geschäftsführung wurden bereits fünf Arbeitsgruppen gebildet, die Arbeitsaufgaben werden adäquat verteilt und in Folge Zeitplan, Ziele und Ressourcenplanung festgelegt.
Mag.a (FH) Anita Pfeffinger:
Studium der Wirtschaftswissenschaften (Internationales Marketing und Eventmanagement), seit Jahren in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, u.a. als Web- und Social Media Marketing Managerin tätig. Hospizgrundseminar absolviert in Graz, Mitglied im Beirat für Öffentlichkeitsarbeit des Hospizvereins Steiermark.
Persönliches Hospiz-Zitat:
„Ich weiß nicht, ob es Liebe auf den ersten Blick gibt, aber es gibt eine beseelte Vertrautheit auf die erste Berührung.“
„Gott gab uns nur einen Mund, aber zwei Ohren, damit wir doppelt so viel zuhören, wie reden.“ Johann Wolfgang von Goethe bringt das wahre Wesen von Hospiz auf den Punkt.