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Gute Lösungen haben viele Gesichter

Das Leben weiß schon, was es macht – und schlägt in den richtigen Momenten oft die richtigen Bahnen ein. Zumindest im Bezirk Fürstenfeld, wo das Hospiztelefon im Rahmen der Corona-Krise einen seiner ersten „Einsätze“ hatte.

Hospizbegleitungen sind in Zeiten von Corona oft nur am Telefon möglich.

Aber zunächst ein Blick zurück: In einem oststeirischen Gasthaus lernen einander zwei Frauen kennen. Beide Pensionistinnen und doch liegt ein Altersunterschied von 35 Jahren zwischen ihnen. Die eine ist 60, die andere 95 Jahre alt. Kein Hindernis, sich anzufreunden. Bald schon ist die jüngere der beiden so gut wie täglich bei ihrer betagten Freundin zu Besuch. Sie erledigt ihr den Einkauf, die beiden plaudern, kochen gemeinsam, verbringen nette Stunden miteinander. Oft kommt die Dame aus dem Nachbardorf am Abend sogar ein zweites Mal – zum Plaudern oder Fernsehen.

Dann verändert die Corona-Krise, wie bei uns allen, auch das Leben der beiden Frauen von einem Tag auf den anderen. Jedoch folgte ein zusätzlicher Schicksalsschlag. Die 95-jährige erleidet einen leichten Schlaganfall, kommt ins Krankenhaus, wird aber bald wieder nach Hause entlassen. Ihr Zustand verschlechtert sich jedoch plötzlich. Das Schlucken fällt schwer, Schmerzen treten auf – die 60-jährige weicht nicht mehr von der Seite ihrer Freundin, schläft sogar im Haus. Die Hausärztin verabreicht Infusionen, es wäre jedoch eine kontinuierliche Schmerztherapie notwendig. Die betagte Frau will allerdings in kein Spital, auch nicht in eine Pflegeeinrichtung. Die Dame, die sie bislang betreut hat, verzweifelt – und greift in ihrer Notsituation, wie so viele in diesen Tagen, zum neu eingerichteten Hospiztelefon. So erreicht sie Christine Vejda, und diese macht das, was viele ehrenamtliche HospizbegleiterInnen in Zeiten von Corona am Telefon machen: zuhören, beruhigen, dabei helfen, eine Lösung zu finden. Und die heißt in diesem Fall „Mobiles Palliativteam Fürstenfeld“. Die Hospizmitarbeiterin kontaktiert das Team – aber auch dort herrschen aufgrund von Corona Beschränkungen. Dennoch wird umgehend Kontakt mit der Hausärztin und der betreuenden Freundin aufgenommen. Und rasch wird auch der Entschluss gefasst, in diesem Ausnahmefall doch einen Besuch vor Ort zu machen – natürlich mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Noch bevor das Team ankam, ist die 95-jährige jedoch friedlich entschlafen. Zunächst ein Schock, doch letztlich sahen es alle Beteiligten als „gute Lösung“ im Sinne der Betroffenen.