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Ein Hospizjahr mit Höhen und Tiefen

Bericht über die Arbeit des Hospizvereins Steiermark im Corona-Jahr 2020

Das Jahr 2020 geht als Corona-Jahr in die Geschichte ein: Covid-19 dominiert die Medien, beherrscht Wirtschaft und Gesellschaft – und prägt auch unsere Arbeit im Hospizverein Steiermark. Wir blicken zurück auf ein Hospizjahr mit Höhen und Tiefen.

Ein kleines Virus mit großer Wirkung. Corona hat die Bevölkerung hinsichtlich Krankheit und Sterben sensibilisiert. Unsere Zielgruppe ist die der Schwerstkranken, Pflegebedürftigen und ihrer Familien. Die politischen Maßnahmen haben uns vom Hospizverein mitten ins Herz getroffen: Besuchsverbote, Maskenpflicht, Verordnungen, laufend neue Richtlinien – wie kann man da trotzdem für die Menschen da sein, die es am dringendsten brauchen?

Unsere 850 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben nicht resigniert, sondern reagiert: Wo immer es möglich war, beschritten sie neue, alternative Wege in der Hospizarbeit, um die Menschen auch ohne physischen Kontakt begleiten zu können. Nach dem Motto: „Wir lassen niemanden im Stich!“ haben sie kreative Ideen in Eigenregie oder zentral organisiert verwirklicht.

Während der ersten Coronawelle im Frühjahr haben wir eine Hotline („Hospiz-Telefon“) installiert und eine landesweite Ideenbörse initiiert, in der regionale Ideen koordiniert und vernetzt wurden. Alternativ zu Besuchen haben wir telefoniert, Karten und Briefe geschrieben, aber auch neue Medien (Whatsapp, Facebook, Zoom, Skype, etc.) genützt sowie persönliche und geschäftliche Kontakte mobilisiert. Viele Ideen wurden im kleinen Rahmen („kleine Wünsche erfüllt“) umgesetzt.

Dank unserer Sponsoren konnten wir auch medienwirksam berichten und auch gezielte Öffentlichkeitsarbeit betreiben: Presseaussendungen, Interviews, ausführliche Zeitungsberichte, Radiobeiträge, E-Mails an Gemeinden und Pfarren, Sonder-Newsletter, steiermarkweite und regionale Zeitungsmeldungen, usw.

Mit den ersten Lockerungen waren Hospiz-Besuche bzw. -Begleitungen – unter besonderen Auflagen – wieder möglich! Im Vorfeld wurde organisiert, dass alle regionalen Hospizteams mit dem erforderlichen Equipment (Gesichtsvisiere, Mund-Nasen-Schutzmasken, Desinfektionsmittel) sowie den aktuellen Informationen (von den Hygiene- bzw. Sonderrichtlinien im Sommer bis zu den Präventionskonzepten für Veranstaltungen im Herbst) versorgt waren.

Wir danken dem Wiener Städtischen Versicherungsverein für die Unterstützung mit Mund-Nasen-Schutzmasken. Franz Ferner, GF Volkshilfe Steiermark, Sabine Janouschek, GF Hospizverein Steiermark, und Wiener Städtische Landesdirektor Michael Witsch bei der Übergabe (v.l.).

Neue Wege etablierten sich, und wir freuten uns trotz aller Herausforderungen über das, was uns möglich war. Viele unserer HospizbegleiterInnen erzählten von ihren kontaktlosen, aber dennoch berührenden Erfahrungen. Einige davon haben wir öffentlichkeitswirksam publiziert: in unserer Hospizzeitung „DaSein“, in unserem Newsletter, auf unserer Homepage, aber auch in regionalen Medien und sogar österreichweit über den Dachverband Hospiz Österreich.

Auch unsere Veranstaltungen (Teamveranstaltungen, Aus- und Weiterbildungen, Hospizgrundseminare, etc.) konnten wir – wenn auch nur kurzzeitig – wieder aufnehmen. Unser Erfolgsrezept war der Zusammenhalt der Mitwirkenden, besonders als Veranstaltungen trotz penibler Planung (Stichwort: Präventionskonzept) kurzfristig wieder umdisponiert, verschoben oder sogar abgesagt werden mussten.

Sogar unsere Generalversammlung konnte nur zu einem späteren Termin, am 9.9.2020, stattfinden. Für die Teilnehmenden aus der ganzen Steiermark galten strenge Schutz- und Hygieneauflagen.

Im Herbst, traditionell um Allerheiligen, hat die Hospizbewegung Hochsaison. Trotz Corona konnten wir mit einer neuen Promotion-Aktion für die Hospizidee werben. Wir danken SPAR für 400 Allerheiligenstriezel, mit denen wir den SteirerInnen signalisierten: „Wir sind da“.

Ein Highlight des Jahres war die offizielle Ernennung von Markus Mair, Vorstandschef der Styria Media Group, zum Hospizbotschafter, am Allerseelentag. Nach dem Festakt fand ein hochkarätig besetztes Round Table Expertengespräch zum Thema „Am Ende steht Leben“ statt. Dieses wurde via Livestream übertragen und von zahlreichen Medien publiziert.

Um die Bekanntheit des Hospizvereins weiter zu steigern, schalteten wir auch Inserate (steiermarkweit vor Allerheiligen und im Dezember) sowie redaktionelle Beiträge in der „Woche“.

Der zweite Lockdown im November/Dezember hat viele wochen- und monatelange Planungen und viel Organisationsaufwand zunichte gemacht. Wo es noch möglich war, wechselten wir auf digitale Kanäle: So führten wir Sitzungen von Teams, Fachbeiräten oder unseren Verwaltungsausschuss via ZOOM-Meetings und Vorträge als Webinare durch. Doch leider mussten wir auch Veranstaltungen verschieben (Ausbildungen, Jubiläumsfeste, etc.) oder ganz absagen, wie die Pressekonferenz zum Start unseres Projektes „HPC mobil“, unsere jährliche Kuratoriumssitzung und weitere Veranstaltungen.

Nichtsdestotrotz lassen wir uns von den Widrigkeiten rund um die Covid-19-Pandemie nicht entmutigen und arbeiten gemeinsam weiter. „Wir sind da!“ lautet unsere zentrale Botschaft, und diese nehmen wir wortwörtlich.

Oberste Priorität ist und bleibt die Sicherstellung unserer Kerntätigkeit: der Hospizbegleitung.

Ausblick auf das Jahr 2021
Unabhängig von den aktuellen Herausforderungen spüren wir im Verein seit Jahren, dass es immer schwieriger wird, neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Gleichzeitig sehen wir den ständig wachsenden Bedarf an Hospizbegleitung in der Gesellschaft. Auch die aktuelle Pandemie macht uns auf vielen Ebenen deutlich, wie wichtig eine starke und präsente Hospizbewegung ist.

Die „Marke“ Hospizverein Steiermark in Zukunft noch stärker als bisher in der steirischen Gesellschaft zu positionieren und zu verankern ist eines der erklärten Ziele des Vorstandes in den kommenden Jahren. Wir freuen uns, dass am 4. Dezember dafür ein neues Projekt gestartet werden konnte, dessen Ergebnisse rund um die Generalversammlung im Juni 2021 präsentiert werden sollen.

Wir danken unseren Partnern, dass wir uns auch auf sie verlassen können, wenn wir es brauchen!

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