Zuhause bleiben bis zuletzt!
Hospiz und Palliative Care in der mobilen Pflege und Betreuung zu Hause (HPC mobil). Dasein für Menschen in der letzten Lebensphase und dafür notwendige Bildungsangebote bildeten von Beginn an zentrale Anliegen des Hospizvereins – ganz im Sinn dieses neuen Projektes.
Karin Oblak, Projektkoordinatorin „HPC mobil“
Die meisten Menschen wünschen sich, ihre letzte Lebenszeit zu Hause verbringen zu können. Neben pflegenden Angehörigen sind es oft die MitarbeiterInnen der mobilen Pflege und Betreuung, die PatientInnen jeden Alters versorgen und wichtige AnsprechpartnerInnen für alle Beteiligten sind. Gerade sie in ihren bereits vielfach vorhandenen Kompetenzen noch weiter zu unterstützen und zu bestärken, ist Ziel unseres neuen Projektes HPC mobil. Ein Organisationsentwicklungsprozess sowie praxisorientierte Workshops bilden die zentralen Elemente.
Eindrücke aus dem ersten Workshop
Der erste Workshop fand im Herbst mit 16 MitarbeiterInnen von Caritas und SMP statt. Ausgehend von einem praxisnahen Beispiel wurden viele wesentliche Situationen durchgespielt. Und das Echo war durchwegs positiv. So wurde die Fortbildung etwa sowohl beruflich als auch privat als sehr wertvoll empfunden, weil sie dazu ermutigt hat, im Umgang mit Sterbenden und deren Angehörigen Dinge direkt anzusprechen. Das neue Wissen und die umfassenden Informationen sehen die MitarbeiterInnen auch als wichtigen Beitrag zu mehr Sicherheit im Umgang mit Sterbenden. DGKP Sabrina Klampfl: „Die Kernaussagen der Weiterbildung waren für mich die Bedürfnisse des Sterbenden zu akzeptieren und mit den Angehörigen offen und ehrlich zu reden. Im Rahmen der Biographiearbeit kann dies schon weit vor Eintreten einer ernsten Erkrankung gemeinsam mit allen Beteiligten festgelegt werden. In meiner Arbeit werde ich das zukünftig weiter forcieren.“ Pflegeassistentin Tanja Strobl begeisterten vor allem die vielen neuen Methoden für ihre Einsätze in der Hauskrankenpflege: „Vor allem der Einsatz eines „Runden Tisches“ mit Angehörigen, Ärzten und Pflegepersonen hat für mich sehr viel Sinn ergeben und mich motiviert, bei der nächsten Palliativbetreuung schon von Beginn an diese Vorgehensweise anzuregen.“ Einhelliger Tenor der TeilnehmerInnen: Dieses Thema soll verstärkt angeboten werden, und es sollten möglichst viele KollegInnen die Fortbildung absolvieren!
Und auch aus Sicht von Pflegedienstleiterin Doris Koini ist es in diesem dreitägigen Workshop gelungen, die entsprechende Haltung und ein Grundwissen zu Hospiz und Palliative Care zu vermitteln: „Es wurden notwendige Unterstützungsmaßnahmen und Rahmenbedingungen erarbeitet, um damit im täglichen Tun Sicherheit und Professionalität zu ermöglichen. Ein Sterben in Würde ist wesentlich abhängig von den Rahmenbedingungen, unter denen Menschen miteinander leben. Deshalb verlangt eine lebendige Hospiz- und Palliativkultur entsprechende Anpassungen in unseren eigenen Strukturen und Abläufen und das notwendige Engagement aller Beteiligten.“
Das Projekt „HPC mobil“:
Projektträger: Hospizverein Steiermark
Projektstart: Sommer 2019
Initiiert und begleitet vom Dachverband Hospiz Österreich und dem Fonds Gesundes Österreich
Projektpartner: Volkshilfe Steiermark, Rotes Kreuz Steiermark, SMP Sozialmedizinischer Pflegedienst, Caritas Steiermark und unterstützt vom Land Steiermark
Projektziele:
1. Mitarbeitende der Mobilen Dienste durch Seminare in ihren Kompetenzen und ihrer Sensibilität stärken und
2. mit einem begleitenden Organisationsentwicklungsprozess Hospizkultur und Palliative Care nachhaltiger in den Abläufen der Organisationen verankern.
Projektkoordinatorin: Karin Oblak
Mehr Infos: https://hospiz-stmk.at/hpc/