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„Unsere Arbeit ist rund um die Uhr von Corona bestimmt!“

Ein Stimmungsbild zum herausfordernden Alltag in Pflegeeinrichtungen in Zeiten von Corona.

Der Hospizverein Steiermark arbeitet seit jeher eng mit vielen steirischen Pflegeeinrichtungen zusammen. Rund ein Drittel aller Hospizbegleitungen wird dort von vielen engagierten MitarbeiterInnen erbracht. Unter anderem im Rahmen des Projektes „Hospiz und Palliative Care“, das vor mittlerweile zehn Jahren in den ersten steirischen Pflegeeinrichtungen eingeführt wurde.

Auch in Corona-Zeiten, wo Hospizbegleitung teils gar nicht oder nur eingeschränkt möglich war und ist, steht der Hospizverein regelmäßig mit Pflegeeinrichtungen in Kontakt. Diese stehen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie jetzt ja ganz besonders im Mittelpunkt. In Pflegeeinrichtungen lebt mit betagten Menschen eine Hauptrisikogruppe, und dort arbeitet mit dem Pflegepersonal eine systemerhaltende Berufsgruppe unter herausforderndsten Bedingungen. Bedingungen, die sich Außenstehende wohl nur schwer vorstellen können. Die notwendigen Einschränkungen machen einen „normalen“ Alltag zurzeit unmöglich. Seit nunmehr einem Jahr ist die Arbeit in den Einrichtungen von Corona geprägt – und mit Unsicherheit, Ungewissheit sowie einer Fülle an Verordnungen und Vorschriften verbunden. Diese erfolgen oft sehr kurzfristig. Das erfordert viel Flexibilität aber auch spontane Entscheidungskraft vor Ort.

Dazu kommt Druck von außen, etwa von Angehörigen, aber auch ganz grundsätzlich von der Gesellschaft, weil Heime immer wieder auch Orte intensiver Corona-Ausbreitung sind und waren. Permanente Angst, dass jemand positiv ist, die Sorge um das Wohlergehen von BewohnerInnen und Kollegenschaft sowie mitunter auch Schuldzuweisungen, wenn etwas trotz aller Bemühungen und Vorkehrungen einmal nicht ganz optimal läuft, lasten dann schwer auf den Führungskräften und dem Personal. Ebenso wie die Tatsache, den Pflegeaufgaben nicht wie üblich nachkommen zu können. Der enge Kontakt zu den BewohnerInnen fehlt, das Händehalten, das Lächeln, das sich jetzt hinter dem Mund-Nasen-Schutz verbirgt. Mit der Dauer der Einschränkungen wird es zunehmend schwieriger, die BewohnerInnen zum Durchhalten zu motivieren und sie bei guter Laune zu halten – deren Sehnsucht, vor allem nach Besuchen, Veranstaltungen und Ausflügen, wächst. Das Personal steht also tagtäglich in einem Spannungsfeld zwischen ungewissen Entwicklungen rund um Corona, dem Bemühen, den BewohnerInnen so viel normalen Alltag wie nur möglich zu bieten, dem Druck von außen und der Angst, „etwas“ von Zuhause „mitzubringen“ beziehungsweise die Angehörigen zu Hause anzustecken. Damit ist auch das Privatleben vielfach mit zusätzlichen Einschränkungen verbunden. Ein hochinteressantes und eindrucksvolles Stimmungsbild, das Pflegedienstleiterinnen und Hausleiterinnen aus diversen steirischen Pflegeeinrichtungen vermitteln.

Der herausfordernde Pflegealltag in Zeiten von Corona hat aber auch seine positiven Seiten, wie viele, die an der Basis arbeiten, berichten: Die Krise lässt die Teams noch enger zusammenwachsen. Und auch zwischen Pflegepersonal und BewohnerInnen sowie unter ihnen entstehen in dieser Ausnahmesituation neue und ganz besonders enge Bindungen.

Einen umfassenden Einblick mit Berichten von Pflegedienst- und Hausleiterinnen gibt es in der aktuellen Ausgabe der Hospizzeitung „DaSein 01/2021“.