Ich bringe gerne Menschen zusammen
Seit acht Jahren ist Klaus Schweighofer Kassier im Vorstand des Hospizverein Steiermark. Haupt-beruflich ist er Geschäftsführer der Styria Media International GmbH. Im Interview spricht er über die Wertschätzung des Hospizvereins in den Medien, eine schwerwiegende Diagnose und seinen Zugang zu Lebensende und Tod.
Herr Dr. Schweighofer, wann und wie kamen Sie zum Hospizverein?
Zum Hospizverein gekommen bin ich über den jetzigen Obmann Peter Pilz. Er war mein Vorgänger als Kassier und ist 2012 Karl Harnoncourt als Obmann nachgefolgt. Damals hat er mich gefragt, ob ich die Kassierfunktion übernehmen würde, was ich gerne gemacht habe.
Sie sind laut Markus Mair „ein Medienmann mit Leib und Seele“. Als Kassier eines so großen Vereins erwartet man eher einen Betriebswirt als einen Journalisten. Wie passt das zusammen?
Das geht sehr gut! Es ist auch nicht meine erste ehrenamtliche Tätigkeit, ich hatte und habe mehrere Ehrenämter ganz unterschiedlicher Art. Ich unterstütze z. B. Pfarrer Pucher und die Vinzenzgemein-schaft, und bin unterstützend im Schul- und Sportbereich aktiv. Vom Studium her bin ich Jurist, ich habe aber schon während des Studiums journalistisch gearbeitet und dann in Medienrecht promoviert.
Worauf legen Sie in Ihrer Funktion als Vorstandsmitglied des Hospizvereins den Fokus?
Mir ist die Vernetzung besonders wichtig. Da hilft mir mein journalistisches Wissen und meine langjährige Tätigkeit in Führungspositionen. Ich bringe gerne Menschen zusammen, wie z. B. bei dem Buch „Der Mensch braucht den Menschen“, das unter Mitarbeit namhafter österreichischer Autoren und Autorinnen von der Styria herausgebracht wurde. Kassier zu sein ist leicht neben so einem Obmann und einem so guten operativen Team, das im Finanzbereich ja die Hauptarbeit macht.
Beeinflusst Ihre langjährige Tätigkeit im Hospizverein auch Ihr hauptberufliches Arbeiten?
Schwer zu sagen. Jeder Mensch verändert sich – in jedem Jahr. Mein Beitrag ist ja ein sehr bescheidener. Aber man wird schon geprägt und es gibt einem die Gelegenheit, die Dinge richtig einzuordnen.
Wie ist Ihr privater Zugang zum Thema Tod?
Ein ganz anderer, als noch vor 30 Jahren. Zwei Erlebnisse haben mich besonders geprägt: Ich durfte meine Mutter und einen guten Freund bis zu ihrem Ende begleiten. Und ich selbst habe mit 29 Jahren die Diagnose Krebs bekommen. Die Chancen zu überleben standen 50:50. Dass ich gesund wurde verdanke ich zu einem Drittel einer fantastischen Ärztin, zu einem Drittel dem Herrgott und das letzte Drittel habe ich selbst dazu beigetragen. Da ordnet man dann manche Dinge schon ganz anders ein.
Wie sehen Sie die Medienpräsenz des Hospizvereins?
In den Medien sind wir angekommen. Die Journalisten haben verstanden, welchen enormen Beitrag unsere Ehrenamtlichen leisten. Wir werden gut gehört und das wird auch so bleiben. Auch die Wertschätzung in der Politik ist eine sehr hohe. Es ist allen bewusst, was hier geleistet wird.

Klaus Schweighofer im Wordrap
- Ein guter Tag beginnt mit… einer Tasse grünem Tee.
- In meiner Freizeit… widme ich mich meiner Familie und fröne meiner Leidenschaft für Sport, vor allem Fußball – natürlich nur mehr passiv.
- Mein Lieblingsbuch ist… aktuell „Nicht wie Ihr“ von Tonio Schachinger.
- Mein Traumjob als Kind war… Fußballprofi.
- Lachen kann ich über… Vieles.
- Am meisten ärgern mich… Ignoranz und mangelnde Ambition.
- Meine letzten Worte sollen sein… „Es wird gut bleiben“.
(Interview: Gaby Valentinitsch; Foto: Christian Jungwirth)