Der Hospizverein Steiermark hat Zukunft
Große Freude beim Hospizverein Steiermark: Wir haben Zukunft! Nach einem Jahr intensiver, engagierter und motivierter gemeinsamer Arbeit steht nun unser Zukunftsbild. Und so wie es sich darstellt, ist damit ein gesicherter und erfolgreicher Weg in die Zukunft geebnet. Zu verdanken ist das vor allem dem beeindruckenden Teamgeist und dem großen Engagement, mit dem gemeinsam an diesem großen Projekt gearbeitet wurde.
Die vielen Maßnahmen rund um den Markenbildungsprozess haben sich als wahrer Motivationsschub erwiesen und eindrucksvoll zutage gebracht, wie sehr jede Einzelne und jeder Einzelne an den Verein und dessen Zukunft glaubt und bereit ist, dafür beherzt, professionell und im Sinne des Großen und Ganzen zu arbeiten.
Notwendig geworden ist dieser Markenbildungsprozess insbesondere deshalb, weil die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre, das dynamische Wachstum und vor allem laufende Veränderungen im Umfeld des Hospizvereins Steiermark es notwendig gemacht haben, sich gemeinsam und tiefgehend der Zukunft zu widmen. Mit dem Ziel, eine Grundlage für alle zu legen. Das heißt: ein gemeinsames Bild über die Zukunft des Vereins zu entwickeln, das von allen mitgetragen wird und in der Folge Schritt für Schritt zur Realität gemacht wird. Wichtig dabei war, dass möglichst viele MitarbeiterInnen und Ehrenamtliche sich an diesem Großprojekt beteiligen, um ein Ergebnis zu erzielen, das letztlich für alle stimmig, passend und tragbar ist. Markenbildungsprofi und Organisationsentwickler Martin Prantl hat mit höchster Professionalität und viel Gespür für die speziellen Anliegen und die Menschen des Hospizvereins Steiermark durch diesen Prozess geführt.
Gestartet wurde mit coronabedingter Verzögerung im Frühling 2021. Und bereits da, beim vierstündigen Online-Workshop, nahmen rund 50 KollegInnen teil. Dieses rege Interesse an der Mitgestaltung der Zukunft des Hospizvereins zeigte sich in der Folge auch in vielen Einzelgesprächen, die Martin Prantl mit MitarbeiterInnen und Ehrenamtlichen aus allen Regionen der Steiermark geführt hat.
Ein Höhepunkt des Prozesses war bestimmt die Workshop-Tour quer durch die Steiermark. Hier ist das hohe Engagement und die Leidenschaft für das Ehrenamt und den Hospizverein auf besonders beeindruckende Weise sichtbar geworden. Es wurden viele sehr spannende Gespräche zu den Zukunftspotenzialen unseres erfolgreich und gut etablierten Vereins geführt. Es wurde diskutiert, mitunter sehr heftig und kontrovers, aber letztlich immer mit dem Ziel, ein gemeinsames zeitgemäßes Bild für die Zukunft zu zeichnen. Oftmals sind wir sehr kritisch mit der Organisation, aber auch mit uns selbst umgegangen und oftmals haben wir mit Wohlgefühl auf die vielen Stärken und tragenden Säulen des Vereins geblickt.
Interessantes Spiegelbild
Als erstes Ergebnis aus diesem Prozess ging ein sogenanntes Spiegelbild hervor, auf das die Vereinsmitglieder im Herbst im Rahmen umfassender, mehrstündiger Präsentationen, in Präsenz wie auch online, blicken durften. Martin Prantl hat diesen Status quo präsentiert und mit den TeilnehmerInnen reflektiert. Stets mit der Möglichkeit verbunden, dass jeder zu jedem Punkt Stellungnahme beziehen darf und der Motivation, das auch zu tun. Darauf aufbauend wurde schließlich ein gemeinsames, tragfähiges und für uns alle gültiges Zukunftsbild festgeschrieben, das als Basis für weitere Weichenstellungen dienen wird. Dieses Zukunftsbild wurde im November coronabedingt in einer vierstündigen Online-Präsentation vorgestellt und umfassend diskutiert. Wobei kaum mehr Diskussionen notwendig waren; es überwiegten Begeisterung, Stolz und Zufriedenheit über das, was in diesem Jahr in Teamarbeit geschaffen wurde.
Professionelle Umsetzung
Nun geht es daran, konkrete Maßnahmen festzulegen und ab 2022 über die nächsten Jahre Schritt für Schritt konsequent und im Sinne des Zukunftsbildes umzusetzen. Eines aber bereits vorweg: Ob MitarbeiterIn, Ehrenamtliche, Partner, Begleitete und deren Angehörige – einfach alle Menschen, die sich für unsere Arbeit interessieren – dürfen sich auf einen Hospizverein Steiermark freuen, der das professionelle Begleiten, das Dasein bis zuletzt, das Menschliche sowie Momente der Lebensfreude noch stärker in die Mitte der Gesellschaft tragen und damit auch einen entscheidenden Beitrag zu einem besseren Miteinander leisten wird – generell aber ganz besonders für die Zeit der letzten Lebensphase. Über konkrete Inhalte und Maßnahmen berichten wir in der nächsten Ausgabe unserer „DaSein“.
(Johanna Vucak)
Reaktionen auf das Zukunftsbild
Peter Pilz, Obmann: „Für mich als Obmann war und ist das ein wichtiger integrativer Prozess, der dazu geführt hat, ein klares Zukunftsbild für unseren Hospizverein Steiermark zu schaffen. Das lässt uns zuversichtlich und motiviert in die Zukunft gehen.“
Trautgundis Kaiba, Obmann-Stv: „Corona, Bedrohung unserer Hospizarbeit, aber die Kreativität der Ehrenamtlichen gestaltet neue Möglichkeiten der Hospizbegleitung. Ein Markenbildungsprozess lässt uns in gemeinsamen Seminaren und Workshops unsere Hospizidentität wiederfinden und macht unseren Marktwert sichtbar und stärkt unser öffentliches Erscheinungsbild nach außen. Viele Ehrenamtliche finden sich in einzelnen Stufen des Prozesses wieder, nicht nur in ihrer Hospizarbeit, sondern auch in ihrem eigenen Leben. Die Hospizlandschaft, die sich in der Coronazeit zu einem schmalen Tal verengte mit wenig Zukunftsperspektiven, wird jetzt mit dem Ausbau des Markenbildungsprozesses wieder breit und lebendig, mit neuer Vielfalt an Blumen und Bäumen und Vögel als Metapher für unser neues Zukunftsbild.“
Beate Reiss, Bildungsbeauftragte: „Wir haben nun einen spannenden Weg vor uns. Die acht Säulen unseres Zukunftsbildes wollen mit Leben gefüllt und umgesetzt werden. Im Workshop habe ich unter den TeilnehmerInnen Aufbruchsstimmung erlebt – es fühlt sich nach „Kairos“ – nach einem günstigen Augenblick an. Wir können jetzt die Chance ergreifen, die Hospizidee durch eine Runderneuerung in den Strukturen und im Außenauftritt noch mehr erstrahlen zu lassen.“
Angelika Döller, Teamleitung Graz: „Eingebettet in einen gut funktionierenden Verein, können die ehrenamtlichen Hospizbegleiter und Hospizbegleiterinnen ihren Dienst sorgenfrei, professionell, emphatisch und ganz präsent am Krankenbett tun, weil Administratives sowie Aus- und Weiterbildung, Supervision, Öffentlichkeitsarbeit und achtsames Führen (Willkommens – und Dankkultur) höchst professionell von hauptamtlichen Mitarbeitern bereitgestellt werden.“
Gaby Valentinitsch, ehrenamtliche Redakteurin: „Ich freue mich sehr über das neue Zukunftsbild des Hospizvereins Steiermark. Es wird maßgeblich dazu beitragen, die Position des Vereins in der Gesellschaft zu stärken und die Bekanntheit zu fördern. Ein zeitgemäßes Erscheinungsbild und klare Strukturen machen uns fit für die kommenden Herausforderungen.“
Siegmar Kaiser, Teamleitung Leoben: „Es ist Zeit, dass wir mit der Zeit gehen und uns den neuen Anforderungen unserer Zeit anpassen. Ich bin nach diesem Prozess bester Dinge und absolut zuversichtlich, dass wir einen guten Weg in die Zukunft gehen werden.“
Renate Prasch, Teamleitung Hartberg: „Wir sind alle sterblich! Wenn das Lebensende näher rückt, ist eine Unterstützung durch Menschen, die einfach da sein können, ein Urvertrauen entwickeln, beruhigend. Das Thema Lebensende geht uns alle an. Kinder und Jugendliche haben aber immer seltener die Möglichkeit, das Leben bis zur Endlichkeit zu begreifen. Da viele Menschen nicht mehr zu Hause sterben, ist es zielführend, Bildungsprojekte in Schulen zu installieren. Mehr Menschlichkeit, echte Menschen sein, die Freude schenken – das ist unser Auftrag!“
Martin Prantl:
„Meine Arbeit mit dem Hospizverein Steiermark“
„Im Rahmen meiner Arbeit an der zukünftigen Ausrichtung des Hospizvereins Steiermark durfte ich die einzelnen Bereiche intensiv kennenlernen und in allen steirischen Regionen Workshops gemeinsam mit TeamleiterInnen und vielen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen erleben. Die Fundamente, auf denen der Verein steht, sind stark und tragen diese wichtige für die Gesellschaft höchst bedeutende Arbeit selbst in so schweren Zeiten wie jetzt bestens. Der starke Geist, die intrinsische Motivation und der Zusammenhalt in den Teams im ganzen Land sind für mich persönlich tief beeindruckende Realität. Die Menschen im Hospizverein Steiermark vermitteln die Fähigkeit, mit dem schweren Thema der letzten Phase des Lebensbogens mit einer positiven Leichtigkeit umzugehen. Wir alle werden diese Phase erleben, wir werden damit im Verlauf unseres Lebens immer wieder konfrontiert, manche von uns früher, manche später, ganz wie es das Leben mit uns meint. Wir tragen die Verantwortung, nicht völlig überrascht zu sein, indem wir es verdrängen, und dafür gibt es viele verlockende Möglichkeiten und Methoden. Nehmen wir es an, bedenken wir es und fühlen wir uns hinein, das wird unser Leben bereichern.“
Martin Prantl ist als Organisationsentwickler für internationale Unternehmen tätig und begleitet Top-Führungskräfte als Sparringpartner in Transformationsprozessen. Zu seinen Schwerpunkten zählen praxisfokussiertes und umsetzungsrelevantes Leadership in der Transformation und die Arbeit mit Führungsteams und Gruppen.