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Beim Hospizverein zu arbeiten war und ist mein Traumjob

Als Geschäftsführerin des Hospizvereins Steiermark feiert sie heuer ihr 25-jähriges Jubiläum. Zeit für einen Rück- und Ausblick. Sabine Janouschek im Interview über die Entwicklung vom kleinen Verein zu einer starken Bewegung mit knapp 900 Mitgliedern, Corona und die Herausforderungen der Zukunft.

Liebe Sabine, du bist seit 1997 Geschäftsführerin des Hospizvereins Steiermark. Wie kam es dazu?
Ich habe Psychologie studiert, wollte eigentlich Psychotherapeutin werden. Dazu braucht man auch bestimmte Praktika und ich wollte gerne eines beim Hospizverein machen. Mich hat es immer schon dorthin gezogen. Also hab` ich 1994 die Hospizausbildung begonnen und dann ab 1995 ehrenamtlich im Grazer Team gearbeitet, später auch halbtags im Büro. 1997 hat die damalige Geschäftsführerin gekündigt und Helmut Strobl hat mich gefragt, ob ich das übernehmen würde. Für mich war es mein Traumjob! Ich hatte eine Riesenfreude und das empfinde ich auch heute noch so.

25 Jahre sind eine lange Zeit. Wie hat sich im Laufe der vielen Jahre deine Arbeit verändert?
Sehr! In meiner ersten Statistik waren 44 Ehrenamtliche ausgewiesen. Es gab drei Teams und zwei weitere waren in Gründung. Der Verein war noch total unbekannt. In meinen Anfangsjahren bin ich kreuz und quer durch die Steiermark getourt und habe Vorträge gehalten, was Hospiz überhaupt ist.
Es war eine sehr dynamische Zeit mit wenigen Regeln aber auch viel Unsicherheit. Wir hatten noch keinen Großsponsor, keine Reserven, aber trotzdem das Gefühl, alles ist machbar. Ende der 90er Jahre sind wir dann fast „explodiert“. In einem Jahr sind wir um 100% gewachsen. Es gab sehr viel Eigeninitiative, die Leute sind zu uns gekommen, wollten in den Bezirken etwas aufbauen. Diese Begeisterung zu spüren war toll! Jetzt macht uns die Administration viel mehr zu schaffen, alles muss nachvollziehbar sein und dokumentiert werden. Was wir früher in einem Tag geschafft haben, dauert jetzt drei Wochen. Geblieben sind die vielen spannenden Begegnungen mit den Menschen – das ist das Schönste!

Welche Schwerpunkte setzt du in deiner Tätigkeit, was ist dir besonders wichtig?
Der Verein geht wieder in eine neue Zeit. Es verändert sich alles schneller. Früher sind die Ehrenamtlichen von selbst zu uns gekommen, heute ist das umgekehrt. Wir müssen sie finden und überzeugen. Es gibt viele Angebote und die Konkurrenz ist groß. Und wir müssen uns überlegen, welche Schritte wir setzen, damit unsere Bewegung auch in den nächsten zehn Jahren Bestand hat.
Kommunikation hat einen großen Stellenwert. Es gibt so viel Begeisterung und Herzblut und auf der anderen Seite so viele Regeln. Die Herausforderung wird sein, diese Begeisterung und Freude trotzdem zu erhalten und dieses Feuer zu bewahren.

Welche speziellen Herausforderungen hat die Covid-Pandemie für den Hospizverein gebracht?
Es ist eine Situation, die mir völlig fremd war. Viele Dinge habe ich so noch nie erlebt, z.B. die Hygieneregeln. Wir haben immer Vielfalt zugelassen, und das hat uns stark gemacht. In der Krise muss aber eine Linie da sein, und bei den vielen unterschiedlichen Meinungen ist es schwierig, dass alle im Boot bleiben. Da gibt es auch viel Frustration! Unsere Strategie ist, dass wir eine klare Linie haben, aber mit den Menschen im Gespräch bleiben ohne zu werten. 

Was wünscht du dir für die Zukunft?
Dass wir mit all den Veränderungen gut umgehen können und dass wir hoffentlich bald den Eintritt unseres 1.000. Mitgliedes feiern können. Dass auch die Begeisterung anhält und dass sich die Hospizidee in den Köpfen möglichst vieler Menschen verankert.

(Gaby Valentinitsch)

Sabine Janouschek im Wordrap

  • Sternzeichen: Steinbock
  • Ein guter Tag beginnt mit: einer großen Tasse Cappuccino
  • In meiner Freizeit: zieht es mich ans Meer mit einem guten Buch.
  • Glück ist für mich: wenn ich zufrieden bin mit dem was ist.
  • Lachen kann ich über: vieles, je älter ich werde über immer mehr.
  • Am meisten ärgert mich:  mangelnde Loyalität
  • Meine letzten Worte sollen sein: es ist gut