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Hospizarbeit ist gelebte Mitmenschlichkeit

Mario Kunasek, steirischer Landeshauptmann und Schirmherr des Hospizvereins, schätzt das Ehrenamt und sieht Hospizarbeit als einen Akt höchster Menschlichkeit. Er selbst möchte sich jedoch (noch) nicht zu sehr mit dem Thema Tod beschäftigen.

Fotocredit: Andreas Hofer

Sie sind Protektor des steirischen Hospizvereins. Was bedeutet diese Funktion für Sie?
Es ist für mich eine große Ehre, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Der Hospizverein Steiermark ist ein herausragendes Beispiel gelebter Mitmenschlichkeit. Besonders hervorheben möchte ich die professionell ausgebildeten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie schenken mit Hingabe und Leidenschaft unzähligen Menschen und Familien ein Stück Lebensqualität, Würde und Zuversicht in herausfordernden Zeiten. Ich danke ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz und die große Bedeutung, die sie für unsere Gesellschaft tragen.

Wie leben Sie Ihre Schirmherrschaft im Alltag?
Mir ist es ein großes Anliegen, dass Menschen auch bis zum unmittelbaren Lebensende würdevoll betreut werden. Das wollen wir als Steiermärkische Landesregierung sicherstellen. Ziel ist es, ein landesweites, bedarfsdeckendes und nach einheitlichen Kriterien organisiertes Hospiz- und Palliativversorgungsangebot umzusetzen. Persönlich versuche ich Menschen zu animieren, sich für den Hospizverein zu engagieren.

Im Hospizverein Steiermark sind 800 Menschen ehrenamtlich für Menschen in ihrer letzten Lebensphase sowie deren Angehörige da – welche Bedeutung hat dieses freiwillige Engagement für die Gesellschaft?
Ehrenamtliche Menschen sind für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Sie sind das stille Rückgrat vieler sozialer, kultureller und gemeinschaftlicher Strukturen. Ohne sie wären viele Dienste nicht finanzierbar oder gar nicht verfügbar, besonders in ländlichen Regionen. Im konkreten Fall: Ohne ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre die Arbeit des Hospizvereins Steiermark undenkbar.

Das Land muss sparen. Auch Menschen in ihrer letzten Lebensphase äußern Sorge um die Qualität ihrer Betreuung. Was sagt ihnen der Landeshauptmann?
Unser Anspruch ist es selbstverständlich, jeden Menschen, der es braucht, bestmöglich medizinisch behandeln oder betreuen zu lassen. Radikale Einschnitte sind hier unangebracht. Was wir natürlich wissen ist, dass wir mehr Ärzte brauchen – vor allem im niedergelassenen Bereich. Wir haben als Land Steiermark natürlich großes Interesse daran, dass Ärztekammer und Österreichische Gesundheitskasse Verträge ausverhandeln, die gewährleisten, dass wieder mehr Kassenärzte zur Verfügung stehen. Handlungsbedarf gibt es auch bei den Wartezeiten auf Operationen.

Wie begegnen Sie persönlich den Themen Krankheit, Lebensende, Tod?
Jeder kann unerwartet von diesen Themen betroffen sein. Wenn es passiert, hofft man auf die bestmögliche Versorgung – unabhängig von Alter, Einkommen und Wohnort. Da sind wir als Politik wieder gefordert, das sicherzustellen. Im hohen Alter haben die meisten Menschen davor Angst, alleine zu sein. Ich denke da an meine Großmutter. Sie ist im Vorjahr im Alter von 100 Jahren verstorben und war sehr lange zu Hause. Sie hat immer wieder geklagt, dass die Kinder, Enkel und Urenkel wenig Zeit für sie haben, und die Einsamkeit ist für sie auch Thema gewesen. Diesem Thema müssen wir uns stellen. Hier sind auch die Gemeinden und Seniorenverbände gefordert, attraktive Angebote am sozialen Leben anzubieten, die niederschwellig sind. Bezüglich des Themas „Tod“: Natürlich denkt man darüber nach. Ich möchte aber nicht zu viele Gedanken dafür aufbringen. Ich bin einfach dankbar für mein Leben, für meine Familie und alles, was ich erreicht habe.

Wenn Sie es sich wünschen könnten: Wie sollte ihr Lebensende aussehen?
Es wäre wünschenswert, in Würde zu altern. Dafür wäre ich sehr dankbar. Und es wäre schön, dabei von meinen Liebsten umgeben zu sein.

Johanna Vucak

Mario Kunasek im Wordrap

Ein guter Tag war es für mich, wenn… alle Aufträge positiv erledigt sind.
Nein sagen kann ich nicht zu… meinem Sohn Theo.
Mein Lieblingssong heißt… Ich habe keinen Lieblingssong. Mein Musikgeschmack ist breit gefächert.
Auf die Palme bringen mich… Ungerechtigkeiten und Menschen, die illoyal sind.
Herzhaft lachen kann ich… in geselliger Runde.
Niemals essen würde ich… Mehlwürmer.
Glück bedeutet für mich… gesund und zufrieden zu sein sowie eine harmonische, zwischenmenschliche Beziehung zu haben.
Meine letzten Worte sollen sein… „Danke für alles“.